Business-Sanierungs-Modell

Bezugsrahmen zur engpassfokussierten Unternehmenssanierung

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Ein stagnierendes Unternehmen läuft Gefahr, Kunden, wichtige Mitarbeiter, den Zugang zu Fremd-und Eigenkapital und somit insgesamt an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Ein Sanierungsgutachten und eine positive Fortführungsprognose sind oft die Grundlage für eine Neuausrichtung und die weitere Begleitung durch die Finanzpartner. Während es diesen vorrangig um Risikovermeidung geht, muss ein Unternehmen in erster Linie unter Berücksichtigung seiner Stärken potentielle Chancen nutzen. Bei der strategischen Neuausrichtung hilft das eigens entwickelte Business-Sanierungs-Modell (BSM), das gleichermaßen als Rettungsring, Feuerlöscher und Notfallkoffer fungiert und selbst in schwierigsten Situationen die entscheidende Wende Richtung Erfolg bringen kann.

Zunehmende Komplexität

Sich ständig verändernde Märkte stellen in einer Unternehmenskrise hohe Anforderungen an die Unternehmensführung. Neben zunehmender Komplexität werden die Entscheidungsfristen immer kürzer. Nur wer innovativ ist, hat am Markt die Nase vorn. Ein Problem ist, dass zu viele Anbieter mit zu großen Kapazitäten in begrenzten Märkten um Kunden kämpfen. Dies führt zu Preisverfall und sinkenden Margen. Das Unternehmen muss zunehmende und sich rasch ändernde Herausforderungen immer schneller und unter höherem Kostendruck bewältigen. Überleben wird, wer schnell, fokussiert und konsequent mit neuen Rezepten und einem radikalen Strategiewechsel reagiert. Nur dies verhilft in unsicheren Zeiten zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen.

Die Angst um Unternehmen und eigene Existenz führt oft zu panischen Reaktionen.

Unserer Erfahrung nach sind viele mittelständische Unternehmer in einer Krisensituation überfordert. Die persönliche Betroffenheit der Unternehmensleitung, sowie mangelnde Erfahrung im Umgang mit solchen Situationen verschärfen die Unternehmenskrise. Hinzu kommt, dass der Unternehmer das Tagesgeschäft und zugleich die hohen Anforderungen des Krisen-Managements erfüllen muss. Diese Themenkomplexe (finanziell, wirtschaftlich, steuerlich, rechtlich) und die strategischen Notwendigkeiten sind meist ohne konkrete Handlungsanweisungen und externe Beratungsunterstützung nicht zu bewältigen. Darüber hinaus wird im fortgeschrittenen Krisenstadium der Faktor Zeit und der sich daraus ergebende Termin- und Entscheidungsdruck in Verbindung mit den rechtlichen Konsequenzen erheblich unterschätzt.

Fehlende gemeinsame Sprache

Oft fehlt den beteiligten Anspruchsgruppen die gemeinsame Sprache, um die Probleme der Unternehmenskrise erfolgreich zu bewältigen. Jeder Beteiligte hat einen anderen Fokus:

  • Dem Unternehmer geht es um Fortführung und Existenzsicherung,
  • den Mitarbeitern um den Arbeitsplatz,
  • den Lieferanten um die Bezahlung ihrer Forderungen,
  • der Bank um Kapitaldienstfähigkeit und Kreditrückführung,
  • dem Finanzamt um die pünktliche Zahlung der diversen Steuern
  • und den Sozialversicherungsträgern um ihre Beiträge.

Daher liegt der Schwerpunkt aller Betrachtungen zunächst verstärkt auf der Kosten- und Finanzseite. Die finanz- und leistungswirtschaftliche Sanierung ist sicher das Fundament für eine erfolgreiche Unternehmenssanierung. Ohne eine Beseitigung der Krisenursachen und die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt die Unternehmenssanierung jedoch Stückwerk. Die einseitige Finanzsanierung ist in vielen Fällen nicht die Lösung, sondern der Anfang vom Ende.

Man sieht sich zunächst auf der sicheren Seite, hat jedoch den Hauptentscheider für eine nachhaltige Unternehmenssanierung vernachlässigt. - Die einzige Anspruchsgruppe, welche die nachhaltige Überlebensfähigkeit sichern kann, sind die Kunden!

Daher muss die komplette Sanierungsstrategie neben der finanziellen und leistungswirtschaftlichen Sanierung konsequent auf die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet sein. Nur durch attraktive und innovative Produkte und Dienstleistungen kann die Überlebensfähigkeit wieder hergestellt und nachhaltig sichergestellt werden. Dies erfordert aber in den meisten Fällen eine strategische Neuausrichtung des Business-Modells. 
 
Strategische Neuausrichtung mit dem Business-Sanierungs-Modell

Das komplexe Zusammenspiel von Ursachen und Wirkungen der strategischen, ertragswirtschaftlichen und finanziellen Probleme wird von allen beteiligten Anspruchsgruppen häufig unterschätzt. Jede Gruppe beurteilt die Unternehmenskrise nämlich nach ihren ganz persönlichen Erfahrungen und Rahmenbedingungen. Dies führt dazu, dass die Gesamtzusammenhänge oft nicht richtig erkannt und beurteilt werden. Wegen dieser Problematik haben wir als gemeinsame Diskussions- und Lösungsplattform das Business-Sanierungs-Modell (BSM) entwickelt, einen Ratgeber und eine Methodik, um allen beteiligten Anspruchsgruppen eine gemeinsame Krisensicht aus den unterschiedlichen Perspektiven zu ermöglichen. Das BSM hilft, Lösungsansätze für eine Krisenbewältigung zu erarbeiten, und zwar auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses der Ursachen und Wirkungszusammenhänge - trotz unterschiedlicher Interessen. Insbesondere geht es um die Problematik, die komplexen Sachverhalte eines Sanierungsgutachtens auf die Steuerungsebene des Geschäftsmodells zu übertragen.

Das BSM schlüsselt die erfolgsbestimmenden Sanierungsparameter (Strategie, Struktur, Kultur und Führung) und deren Beziehungen in externe und interne Wirkungsbereiche auf. Die engpassfokussierte Methodik im Business-Sanierungs-Modell ermöglicht es, die systemischen Zusammenhänge besser zu analysieren, zu diagnostizieren, neu zu gestalten und zu steuern.

Grundlage der Methodik sind die Erfolgsstrategien nachhaltig erfolgreicher Unternehmen. Im Business-Sanierungs-Modell steuern 5 Perspektiven den Sanierungsprozess. Sie ermöglichen eine Abbildung sämtlicher interner und externer Fragestellungen, die für eine erfolgreiche Bestandsaufnahme und die notwendigen Veränderungsprozesse erforderlich sind. Das BSM ist der Bezugsrahmen für eine präzise Problembestimmung und ermittelt Ursachen-Wirkungszusammenhänge jeglicher auftretender Probleme und bildet somit Bezugsrahmen und Methodik für eine erfolgreiche Umsetzung.
 
Die fünf Schlüssel-Perspektiven im Business-Sanierung-Modell, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, sind:

Die Normative Perspektive
analysiert das „Warum“ ein Unternehmen existiert. Erfolgselemente der normativen Perspektive sind Vision, Mission, Ziele, Werte und Identität.

Die Interne Perspektive
analysiert „Wie“ die wichtigsten Kundenprobleme oder -bedürfnisse gelöst werden können und die dafür geeigneten Produkte und Dienstleistungen. Die Schlüsselressourcen und Kundenanforderungen bestimmen dabei den Erfolg oder Misserfolg. Erfolgselemente der internen Perspektive sind Schlüsselaktivitäten, Organisation, Führung, Mitarbeiter & Wissen, Kernprozesse & Ausführung, Ressourcen & Fähigkeiten und Wertschöpfungsnetzwerk. Die Schlüsselaktivitäten der Internen Perspektive sind im Wesentlichen für die effiziente kundenorientierte Produktentstehung verantwortlich.

Die Markt- und Kundenperspektive
analysiert mit dem „Wer“ ist unser Kunde die Erfolgsgrundlagen und die strategische Ausrichtung. Hierbei geht es schwerpunktmäßig um die marktorientierte Sichtweise mit den Erfolgselementen Positionierung, Kundensegmente & Zielgruppen, Kunden & Bedürfnisse, Kundenschnittstelle und -beziehungen, Vertriebs- & Kommunikationskanäle, Markt & Umwelt und Wettbewerb.

Die Fokussierung auf den Kundennutzen bestimmt bei der Markt-und Kundenperspektive die Positionierung, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. In Verbindung mit den Schlüsselaktivitäten der Internen Perspektive müssen Differenzierungs- und Alleinstellungsmerkmale in Bezug zum Wettbewerb generiert werden. Die Klammer für beide Perspektiven ist die Kernstrategie, die über die strategische Perspektive gesteuert wird.

Die Strategische Perspektive
analysiert das „Was“ als Grundlage der nachhaltig wertorientierten strategischen Unternehmensausrichtung mit den Erfolgselementen Kernstrategie, Planung, Wertangebot und Kundennutzen der Produkte und Dienstleistungen, Wertinnovation der Produkte und Dienstleistungen, Preisgestaltung und Wertschöpfungspotenzial.

Die Kernstrategie bestimmt die Taktik und strategische Marschrichtung. Sie ist das Verbindungsglied zwischen Interner Perspektive und Markt-und Kundenperspektive. Sie dient als Basis für den Markterfolg und ist verantwortlich für die ergebnisorientierte Umsetzung und Kontrolle der strategischen Ziele in operatives Handeln. Sie steuert die nachhaltige Überlebensfähigkeit durch Wertschöpfung und Zielerreichung in Verbindung mit finanziellen Vorgaben und Erfordernissen.

Die Finanz-, Steuer- und Rechtsperspektive
analysiert das „Wie viel“ Geld verdient wird. In ihr laufen alle anderen Perspektiven ergebnisbestimmend zusammen. Die Wertschöpfungsarchitektur bestimmt die Ausgabenstruktur der Schlüsselaktivitäten und die sich aus der strategischen Positionierung ergebenden Einnahmequellen. Die finanzielle Gesamtsteuerung erfolgt dann im Bereich Finanzen und Controlling, unterstützt durch ein strategisches und operatives Kennzahlenmanagement. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmen den Handlungsrahmen im Bereich Steuer, Recht und Insolvenzrecht. Die sechs Erfolgselemente der Finanz-, Steuer und Rechtsperspektive sind Finanzen, Ausgabenstruktur, Einnahmequellen, Controlling, Steuer und Recht/Insolvenzrecht und Unternehmenswert.

Das Business-Sanierungs-Modell (BSM) gibt Antworten auf die erfolgsbestimmenden Fragen und liefert detaillierte Lösungsansätze hinsichtlich der strategischen Ausrichtung und notwendigen operativen Anpassung einer Organisation in der Unternehmenskrise. Es vereint die systemische Analyse der Problemstellungen in einem ganzheitlichen Ansatz für nachhaltigen Erfolg.

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